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JAHRESRÜCKBLICK:

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Jahresbericht 2012

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Plattformzeitung

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republik

13.04.2010

12.04.2010

21.03.2010: Das Sonntagsinterview: Warum ist sexuelle Gewalt in der Kirche plötzlich so ein Thema?

Kleine Zeitung

30.01.2010: Interview: Schüler machen Zeitung

Erstellung einer Broschüre für Buben und Burschen: alle Plakate im Überblick:

2009

Jahresbericht 2009

Erstellung eines Leitfadens:
Sexualisierte Gewalt an Frauen und Männern mit Behinderung. Download

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In Kooperation mit:

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Kinder- und Jugendpsychiatrietage Pöllau

2008

Jahresbericht 2008

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Artikel im Grazer am 14.12.2008:

Weil ich ein Mädchen bin!
Information und Prävention zum Thema "Sexuelle Gewalt"

Doris Kirschner (Leiterin des Frauenreferates der Stadt Graz), Frauenstadträtin Elke Edlinger und Yvonne Seidler (Verein Hazissa) freuen sich, mit "Weil ich ein Mädchen bin!" ein weiteres wichtiges Projekt in der Präventionsarbeit starten zu können.

Die Fachstelle für Prävention hat in Zusammenarbeit mit Frauenstadträtin Elke Edlinger und dem Frauenreferat der Stadt Graz eine jugendgerechte Broschüre (Leporello) zusammengestellt, welche an die Grazer Hauptschulen,  Neue Mittelschulen und an die Unterstufen der Grazer AHS verteilt wurden.

In klar verständlicher Sprache sollen Mädchen dafür sensibilisiert werden, dass sie das Recht haben, sich vor sexuellen Übergriffen jeder Art und egal von wem zu schützen. Gleichzeitig beinhaltet die Broschüre Adressen aller Anlaufstellen, welche Information, Hilfe und Unterstützung im Falle einer solchen Bedrohung, bzw. eines Übergriffes bieten.

Hand in Hand mit der Broschüre geht eine Plakataktion, welche in ansprechenden Bildern und mit markigen Überschriften Themen wie Körper, Respekt, Berührung, Gefühle  u.a., sowie den richtigen Umgang damit sozusagen sichtbar machen.

Bei Interesse an dieser Aktion melden Sie sich bitte unter Tel: 0 316 872-4673 oder per Email: eveline.dohr@stadt.graz.at.

Alle Plakate auf einen Blick:

 

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16.07.2008: ONE spendet mobilen Internetzugang

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Ing. Norman Gschier (Shop-Manager ONE World Graz) und Sozialstadträtin Elke Edlinger übergeben Mag.a Yvonne Seidler (Mitte) von HAZISSA ein H.U.I.-Set.

Gewaltprävention im Internet
Durch Spende möglich

Von Nina Pölzl
„Wir können nun in Workshops direkt mit Jugendlichen online den richtigen Umgang mit den Gefahren des Internets trainieren und so wirkungsvoll gegen sexuelle Gewalt in Chats und Websites vorbeugen," freut sich Mag. Yvonne Seidler, Geschäftsführerin des Vereins HAZISSA, über den kostenlosen mobilen Internetzugang H.U.I., den ONE nun für ein Jahr zur Verfügung stellt. Sozialstadträtin Elke Edlinger hat dieses Sponsoring eingefädelt: „Toll, dass dank dieser Spende nun HAZISSA die Möglichkeit hat noch effizienter - weil mobil online - im Bereich Prävention von Gewalt gegen Kinder zu arbeiten." Norman Gschier, Shopmanager der ONE World Graz, überreichte an Stadträtin Elke Edlinger und Mag. Yvonne Seidler das H.U.I.-Paket und freut sich, einen aktiven Beitrag zum richtigen Umgang mit dem Internet zu leisten. HAZISSA ist eine anerkannte Fachstelle für Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung.

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Artikel in der Presse am 07.05.2008

„Sexuelle Übergriffe durch Kinder leider häufig"
06.05.2008 | 18:18 |  JUDITH LECHER (Die Presse)
Jede dritte Vergewaltigung wird von Kindern verübt. Opfer schweigen häufiger als bei erwachsenen Tätern.
Wien. Ein Kind vergewaltigt ein Kind – was zunächst unglaublich klingt, gehört für Yvonne Seidler zum Alltag. „Leider passiert so etwas häufig", sagt die Leiterin von „Hazissa", einer Grazer Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern. In der Öffentlichkeit werde bloß nicht darüber gesprochen.
„Dieses Thema ist noch stärker tabuisiert, als es sexueller Missbrauch ohnehin schon ist", sagt Seidler. Studien aus Deutschland zeigten, dass ein Drittel der sexuellen Übergriffe – von Grapschen bis erzwungenem Sex – auf das Konto von Kindern und Jugendlichen geht. Und zwar schon immer. „Es gibt nicht mehr junge Täter als früher, sie werden bloß erst jetzt wahrgenommen."
Offizielle Statistiken der Polizei sucht man jedoch vergebens. Schließlich wird die große Mehrheit der Sexualstraftaten durch Kinder wegen der fehlenden Strafmündigkeit nicht verfolgt.
Sehr hohe Dunkelziffer
Der Großteil der Fälle dringe nicht einmal bis zur Polizei vor, so die Pädagogin. Opfer von jungen Tätern würden nämlich noch öfter schweigen, als wenn ein Erwachsener sich an ihnen vergeht. Einerseits, weil die Eltern sie gelehrt hätten, ihre Probleme „untereinander zu regeln"; andererseits wegen der Annahme, dass Erwachsene „ja doch nichts tun können", erklärt Seidler. Mit der Polizei wollen sie meist nichts zu tun haben.
Kommt es in einem Fall zur Anzeige, landen Täter unter 14 nicht vor dem Richter, sondern werden von einem Sozialarbeiter betreut und nehmen – im Idealfall – an einem Präventionsprojekt teil. „In Kärnten gibt es allerdings wenig Angebot", nimmt die Grazer Expertin Bezug auf den aktuellen Fall (siehe Artikel oben).
Gegenmaßnahmen seien unbedingt notwendig, um eine spätere „Karriere" als Sex-Täter abzuwenden. Immerhin zeigen Studien, dass ein Drittel in der Kindheit auffällig geworden war. Das Ziel einer Therapie: „Der Bursche muss lernen, dass er seine Bedürfnisse nicht mit Gewalt durchsetzen darf." Und das Mädchen? „Sie braucht wohl therapeutische Unterstützung." Den ersten Schritt um die Vergewaltigung zu verarbeiten habe die Achtjährige getan, indem sie ihrer Mutter Bescheid gegeben habe. Seidler: „Kinder geben sich oft selbst die Schuld. Es ist toll, dass sie den Mut gehabt hat, sich Hilfe zu holen."
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2008)

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Artikel in Leben Lachen Lernen, Heft 34, April 2008

Mein Körper gehört MIR!
Eine Workshopreihe für Jugendliche (mit Down – Syndrom) zur Prävention von sexueller Gewalt.
Christine Bramerdorfer,  Verein Hazissa, Graz

Hat man Ihnen schon einmal applaudiert? Einfach so? Weil Sie SIE sind? Weil sie richtig wichtig sind, so wie sie sind? - Probieren Sie es aus und holen Sie sich Applaus von ihrer Familie, ihren Freunden und Bekannten.
Und so geht das: Stellen Sie ich vor die anderen hin,  steigen Sie auf einen Sessel, einen Tisch oder so hoch sie sich trauen und lassen Sie sich applaudieren. Spüren Sie, wie sich ein Wohlgefühl in ihnen breit macht, wie sie unweigerlich lächeln müssen. Wie sie sich stark und selbstbewusst fühlen.

Solche und viele andere Erfahrungen konnten die Jugendlichen in den drei Workshops Unter dem Motto: Mein Körper gehört MIR! machen. Aber wozu?

Selbstbewusste und „starke" Kinder können sich besser abgrenzen und zur Wehr setzen.

In der Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt sollen Kinder und Jugendliche gestärkt werden und ihr Selbstvertrauen gefestigt werden. Um sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren, ist es nötig diese überhaupt als solche wahrzunehmen und einordnen zu können. Dazu müssen Kinder ihren Gefühlen vertrauen können. Kinder haben das Recht schlechte Geheimnisse weiter zu erzählen und „komische" oder verletzende Berührungen zurückzuweisen. Informationen und Wissen über das Thema sexuelle Gewalt und das Bewusstsein dafür, dass jeder Mensch das Recht auf Hilfe hat sind weitere wichtige Voraussetzungen der Prävention.

Prävention sexueller Gewalt richtet sich aber nicht nur an Kinder und Jugendliche. In erster Linie sind wir Erwachsenen es, die die Verantwortung dafür tragen, dass Kinder vor Missbrauch geschützt sind. Deswegen sind Information und Sensibilisierung, insbesondere für eine Erziehung zur Selbstbestimmung wichtig. Je mehr Menschen darüber Bescheid wissen, wie sie im Falle eines sexuellen Missbrauchs reagieren können, desto leichter können Missbrauchssituationen gestoppt werden und desto besser kann betroffenen Kindern geholfen werden.

An der Workshopreihe haben 4 Mädchen und Burschen teilgenommen, initiiert wurde er vom Institut „Leben Lachen Lernen, Leoben – einen herzlichen Dank an Frau Mag. Bernadette Wieser.

Der erste Termin stand unter dem Motto: Mein Körper:  Meine Grenzen - deine Grenzen
Mit Hilfe eines lebensgroßen „Ich – Bildes"  haben wir uns mit unseren Besonderheiten und unseren Stärken auseinandergesetzt. Angenehme und unangenehme Berührungen wurden thematisiert und in vielen Übungen und Spielen konnte die eigene Stärke erspürt werden, konnten die TeilnehmerInnen NEIN – sagen üben und ihren Standpunkt verteidigen. Besonderes Augenmerk lag beim Erspüren, Differenzieren und Verbalisieren von angenehmen und unangenehmen Berührungen. Welche Berührung macht ein JA-Gefühl, welche ein NEIN-Gefühl. Die Information, die die Jugendlichen mitnehmen konnten lautete:
„Ich weiß, dass andere, auch Erwachsene mich nicht berühren dürfen, wenn ich es nicht will, oder wenn es mir unangenehm ist. Das ist verboten!"
Und natürlich konnten alle TeilnehmerInnen sich ausgiebigen Applaus abholen.

Der zweite Termin stand unter dem Motto: Meine Gefühle sind richtig wichtig!
In der Geschichte: „Anna und der Löwe" erlebt Anna in ihrem Abenteuer viele verschiedene Gefühle. Wir setzten uns damit auseinander, in welchen Situationen wir uns wie fühlen, wie wir Gefühle ausdrücken können und versuchten mit Körper und Gesicht verschiedene Gefühle nachzustellen. Wir bastelten Gefühlsgesichter aus Plastilin und ein Gefühle – Barometer und überlegten, wie wir erkennen können, was andere Menschen fühlen.
Gefühle zeigen uns, ob ein Geheimnis ein gutes oder ein schlechtes Geheimnis ist – Im Buch: „Anna ist richtig wichtig" zeigt Anna, wie sie mit schlechten Geheimnissen umgeht und wie sie sich Hilfe holt um sich gegen unangenehme Geheimnisse zu schützen.
Wir übten das Unterscheiden von Bauchweh – und Herzklopfengeheimnissen und überlegten für uns, welche Personen uns in verschiedenen Situationen helfen können. Damit wir uns gut erinnern, schrieben wir unsere Vertrauenspersonen auf. - Und nicht zu vergessen: ausgiebig Applaus abholen.

Der dritte Termin stand unter dem Motto: Ich werde erwachsen!
Sexualpädagogik und Aufklärung sind ein wesentlicher Bestandteil präventiver Erziehung. Kinder und Jugendliche brauchen eine Sprache für sexuelle Vorgänge und Körperteile. Sie brauchen das Gefühl: „Ich darf über sexuelle Dinge sprechen". Ein „inneres" Verbot über Sexualität zu sprechen, erschwert auch das Sprechen über sexuelle Gewalt.

Mit Hilfe von „Körperpuzzles" von einem Mädchen und einem Jungen, wurden Unterschiede und Begriffe für Geschlechtsorgane erarbeitet. Auch die körperlichen und psychischen Veränderungen in der Pubertät wurden besprochen. Unter dem Motto: Alles, was ich wissen will..." wurden Fragen zu Menstruation, Schwangerschaft, Geburt und vieles mehr beantwortet. Der Film: „So kriegt man also Kinder" zeigte kindgerecht die Entstehung eines Babys und verdeutlichte noch einmal die Themen der beiden ersten Termine. Zum Nachlesen für zu Hause bekamen alle TeilnehmerInnen eine Broschüre.
Ausgiebig Applaus abholen und die Verabschiedung mit einem lachenden und einem ein wenig traurigen Auge bildeten den Abschluss der Workshops.

Die durchgeführten Workshops sind natürlich nur ein kleiner Teil im Rahmen von präventiver Erziehung. Prävention ist am wirkungsvollsten, wenn sie in der Erziehungshaltung im Alltag integriert ist. Dazu ein paar Tipps für Eltern im Umgang mit Kindern und Jugendlichen.
Vorbeugung als Erziehungshaltung:

?    Genießen Sie mit Ihren Kindern liebevolle Zärtlichkeiten, aber achten Sie genau darauf, ob, wie und wann sie das möchten. Respektieren Sie auch kleinste Zeichen von Gegenwehr oder Unwillen.
?    Unterstützen Sie Ihr Kind, auch bei anderen Menschen Berührungen, die es nicht mag, zurückzuweisen. Ergreifen Sie Partei für Ihre Tochter oder Ihren Sohn, auch wenn Sie sich damit den Unmut von Großeltern, Verwandten oder Bekannten einhandeln.
?    Beteiligen Sie Ihre Kinder an Entscheidungen der Familie, besonders wenn es die Kinder selbst angeht. Nehmen Sie Ihre Meinung ernst, akzeptieren Sie mal ein „Nein" oder ein „Ich will nicht".
?    Nutzen Sie ruhige Stunden, um mit ihrem Kind über seine Erlebnisse, Gefühle, Sorgen oder Freuden zu sprechen. Ermutigen Sie sie/ihn, mit anderen Vertrauenspersonen zu reden, wenn sie/er bestimmte Dinge nicht erzählen will.
?    Lassen Sie ihrem Kind seine Wahrnehmung und Einschätzung von Situationen und Gefühlen. Bestärken Sie ihr Kind, sich nichts einreden zu lassen, was ihr/ihm widerstrebt.
?    Sprechen Sie mit ihrem Kind über Sexualität.
?    Erzählen Sie dem Kind, dass es gute und schlechte Geheimnisse gibt: Gute Geheimnisse machen Freude und sind spannend, z.B. wenn man nicht weiß welches Geschenk es zu Weihnachten gibt. Schlechte Geheimnisse dagegen machen Kummer und bedrücken. Bestärken Sie ihr Kind, solche Geheimnisse zu erzählen, auch wenn es ein Erwachsener verboten hat.
?    Ermutigen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn, die eigenen Gefühle auszudrücken, egal ob dies nun angeblich zu einem Mädchen oder Jungen passt oder nicht.
?    Freuen Sie sich, wenn Ihre Tochter selbstbewusst und eigenwillig ist, auch wenn Ihr Nachbar sagt, sie sei kein richtiges Mädchen, sondern ein Wildfang. Fördern sie diese Eigenschaften.
?    Lassen Sie Ihren Sohn auch Gefühle wie Angst, Schwäche und Hilflosigkeit ausleben und darüber sprechen.
?    Achten Sie auf einen gleichberechtigten, partnerschaftlichen Umgang zwischen Frauen und Männern, in der Familie und außerhalb, dies ist ein Stück Vorbeugung.

Literatur:
Anna ist richtig wichtig. Ein Bilder-Vorlesebuch für Mädchen über sexuelle Gewalt. Mit pädagogischem Begleitmaterial. Herausgeberinnen: Wildwasser Würzburg e.V. 2007

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Interview Radio Steiermark zu "Gewalt an Schulen" am 27.03.2008

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2007

Jahresbericht 2007

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Artikel in der Presse am 19.11.2007:

Das große Tabu: Jugendliche Sextäter
18.11.2007 | 18:08 |  ANDREAS WETZ (Die Presse)
Ein Drittel aller erwachsenen Sextäter war in Jugendjahren einschlägig auffällig. Die Rückfallquote könnte bei entsprechender Behandlung mehr als halbiert werden.

wien.Jugendliche Sexualstraftäter sind in der Gesellschaft ein Tabuthema, sagen Experten. Und schlagen Alarm: Denn die Dunkelziffer sei hoch. Die Fachleute fordern: mehr Therapieplätze, um die Rückfallquote senken zu können, mehr Aufklärung und das Brechen des Tabus.
„Dass Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit Sittlichkeitsdelikten nicht nur Opfer, sondern in vielen Fällen auch Täter sind, wird von unserer Gesellschaft bis heute gern verschwiegen", sagt Yvonne Seidler vom Verein „Hazissa", einer „Fachstelle für Prävention – gegen sexualisierte Gewalt" in Graz. Dies äußere sich darin, dass Übergriffe meist gar nicht angezeigt würden, und es deshalb auch kaum spezialisierte Einrichtungen in Österreich gibt, die sich derartigen „Problemkindern" auf kompetente Art und Weise annehmen. Seidler: „Eben das wäre aber nötig. Aus der Forschung wissen wir, dass ein gutes Drittel aller erwachsenen Sextäter bereits in Jugendjahren einschlägig auffällig war. Es mangelt an Therapieeinrichtungen."
Peter Wanke, Leiter des Wiener Vereins „Limes", eine der wenigen Einrichtungen, die auf die Therapie jugendlicher Sexualstraftäter spezialisiert ist, nennt die emotionale Verwahrlosung vieler Kinder in ihrer Familie als Problem.
Die Kölner Rechtspsychologin Sabine Nowara entdeckte bei der Analyse von 320 Fallgeschichten minderjähriger Sextäter einen weiteren Aspekt: Viele hatten über lange Zeit große Mengen pornografischen Materials konsumiert – ohne dass Eltern auch nur versucht hätten, dem einen Riegel vorzuschieben. Andere Studien ergaben, dass fast alle jugendlichen Triebtäter selbst Missbrauchsopfer sind.
„Limes"-Leiter Wanke, der auch in der Wiener Jugendanwaltschaft tätig ist, ortet ebenfalls „dringenden Bedarf" für zusätzliche Therapieplätze. „Die Öffentlichkeit hinkt bei diesem unangenehmen Thema hinterher. Im Vordergrund stehen immer noch die erwachsenen Sextäter. Dass es das auch bei Jugendlichen und Kindern gibt, fängt die Allgemeinheit gerade erst an wahrzunehmen."
Dabei sei die Therapie jugendlicher Sextäter extrem wichtig, sagen sowohl die Wiener Jugendanwältin Monika Pinterits, als auch der Kieler Pädagoge Klaus-Peter David. Studien des deutschen Kriminalforschungszentrums hätten gezeigt, dass 25 Prozent der Täter binnen fünf Jahren rückfällig werden. Schickt man die Jugendlichen jedoch in Therapie, verringert sich die Quote auf bis zu 10 Prozent.
Wie knapp bemessen die Therapiekapazitäten tatsächlich sind, erlebte auch Jugendrichterin Beate Matschnig. „Als ,Limes' im Sommer vor dem Aus stand, wussten wir bei Gericht eine Zeit lang nicht, wohin wir die Jugendlichen schicken sollten, weil es sonst nur vereinzelte Angebote gibt."
Das Justizministerium erklärt sich nun bereit, für jeden verurteilten Sextäter, der vom Jugendrichter zur Therapie zu „Limes" geschickt wird, 128 Euro pro Woche zu überweisen. Einschränkung: für höchstens zehn Personen im Jahr. Stadt Wien und Sozialministerium zogen sich als Sponsoren gänzlich zurück.

„Geheime" Statistik
Richter verpflichten Jugendliche sowohl im Vorverfahren, also auch nach einer bedingten Verurteilung oft zur Therapie. Nach der Einigung zwischen „Limes" und dem Justizministerium ist das Angebot zwar wieder da, allerdings ist es äußerst knapp bemessen. Allein die Wiener Justiz schickt jährlich zwischen 10 und 14 minderjährige Sextäter in Therapie. Die Nachfrage von Fürsorge und Eltern, die ihren Kindern aus eigenem Antrieb helfen wollen, ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Wie sehr das Thema in Österreich noch ein Tabu ist zeigt, dass die einschlägige Statistik des Bundeskriminalamts (die Statistik für erwachsene Sextäter wird in regelmäßigen Abständen publiziert; Anm.) nur auf Anfrage zu erhalten ist. Demnach wurden 2006 von der Exekutive 276 tatverdächtige Jugendliche ermittelt. Wanke: „Die Dunkelziffer ist unter Garantie noch höher als bei den Erwachsenen."
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2007)

06.10.2007: Hazissa beim 1. steirischen NGO-Tag:

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Univ.Prof. Dr. Peter Filzmaier, Landesrätin Dr.in Bettina Vollath, Landeshauptmann Mag. Franz Voves, NGO-Koordinatorin Mag.a Yvonne Seidler, Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl.

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September 2007, Bildungskorso:

Gemeinsam stark gegen Gewalt! – Gewaltprävention in der Schule

Das Projekt „HALT-Gewalt – Gemeinsam stark gegen Gewalt" entstand aus einer Initiative von Landesrätin Dr.in Bettina Vollath und wurde von Hazissa, Mafalda und der Männerberatung Graz umgesetzt. Es besteht im Wesentlichen aus Lehrerfortbildungsangeboten, themen-zentrierten Elternabenden und Workshops mit SchülerInnen.
Konflikte lassen sich nicht vermeiden, Gewalt dagegen schon!
Im Umgang mit dem Thema Gewalt hat sich in den letzten Jahrzehnten vieles geändert. Gewalt an Kindern wurde geächtet und gesetzlich verboten, und auch die Gewalt unter Kindern und Jugendlichen rückte in das Blickfeld der  ffentlichkeit. Bei PädagogInnen und ErzieherInnen hat die Sensibilität  zugenommen, Gewalt-andlungen, auch sexualisierte Gewalt, wahrzunehmen und zu thematisieren.
Ziel des Projektes ist es, SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern dabei zu unterstützen ein gewaltfrei(er)es Miteinander in der Schule leben zu können. Es sollen die nötigen Kompetenzen zu einer gewaltfreien Konfliktbearbeitung erarbeitet, erweitert und gefestigt werden.
Eltern und Lehrkräfte müssen zusammenwirken.
Gewaltprävention kann nur gelingen, wenn sie auf SchülerInnen-, LehrerInnen- und Elternebene ansetzt. Eltern und Lehrkräfte sind aufgefordert, gemeinsam aktive Erziehungsarbeit zu leisten. Im Mittelpunkt steht die Förderung und Entwicklung von Werten und Haltungen, die einen respektvollen, gleichwertigen und gewaltfreien Umgang miteinander gewährleisten. Dazu gehören die Wertschätzung der anderen, Kooperationsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein für sich und die anderen, die Anerkennung von Regeln und Vereinbarungen, Kommunikationsfähigkeit und das Erkennen und Benennen von Konflikten und Gewaltsituationen.
Geschlechterrollen sind mit verantwortlich für Gewaltverhältnisse.
Prävention ist aber auch nicht vorstellbar ohne Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Strukturen von Geschlechterrollen, Geschlechter-hierarchien, von Bildern von Weiblichkeit und Männlichkeit vor dem Hintergrund individueller Gewalter-fahrungen. Die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht prägt in ganz spezifischer Weise im Laufe des Heranwachsens alle Situationen, Anforderungen und auch individuelle Bedürfnisse. Geschlechter-hierarchie,  Geschlechterrollen, Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder sind mitverantwortlich für die der-zeitigen Gewaltverhältnisse. Betrachtet man den Geschlechterunterschied, zeigt sich, dass Buben vor allem Täter offener, physischer Gewalt (z.B. Schlagen oder Raufen) sind, während Mädchen vor allem psychische Aggression (z.B. Ausgrenzen oder Mobbing) ausüben. Die höhere Aggression der Buben hat nach Ansicht von Studienautorinnen u.a. auch mit den „Rollenentwürfen" zu tun. All das muss in einem Präventionsprogramm berücksichtigt werden.
Lehrerweiterbildungen und Elternabende.
Im Programm HALT-Gewalt wird in Lehrerweiterbildungen  und Elternabenden das Thema diskutiert und gemeinsam werden Handlungsalternativen besprochen. Grundlage sind theoretische Informationen über Formen von Gewalt und gewalt-fördernden Faktoren sowie Möglichkeiten der Prävention.
Für LehrerInnen stehen Weiterbildungen im Ausmaß von acht Stunden zur Verfügung, mit den Inhalten: „Gewalt in der Schule" und „Prävention und Umsetzung im pädagogischen Alltag".
In den Elternabenden, die ca. 2 Stunden dauern, erhalten Eltern Grundinformationen zum Thema. Es können Fragen gestellt und das Präventionsprogramm und die Inhalte der Workshops mit den SchülerInnen
sollen vorgestellt werden.
Workshops mit Schülerinnen und Schülern.
In geschlechtshomogenen Gruppen (mit idealerweise 6 bis 12 TeilnehmerInnen) werden in zumindest 15 Stunden die Hauptbereiche der Gewaltprävention bearbeitet. Über die Stärkung des Selbstwertgefühles und die Auseinandersetzung mit Gefühlen und Grenzen sollen soziale Kompetenzen ausgebaut und gestärkt werden.
Durch Empathietraining, Abbau von Vorurteilen, Steigerung der Toleranz und Hinterfragung von Geschlechterrollenzuschreibungen soll ein gewaltfreieres Miteinander geschaffen werden. In einem „Streit-Training" sollen Fertigkeiten und Fähigkeiten erworben und gefestigt werden, um besser miteinander zu kommunizieren und gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien anwenden zu können.
Informationen und Kontakt: Hazissa, www.hazissa.at

Hazissa bei "Willkommen Österreich" am 14.2.2007:

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Artikel in der Presse am 02.02.2007

(Die Presse) 02.02.2007  Jeder dritte sexuelle Übergriff von Kindern verübt
Expertin rät zu Gegenmaßnahmen: Nur so könne spätere "Karriere" als Sex-Täter verhindert werden.

Wien (awe). 3683 Sexualstraftaten gelangten 2006 in Österreich zur Anzeige. Diese Statistik bezieht sich jedoch nur auf Delikte, die von über 18-Jährigen verübt wurden - Übergriffe von Kindern und Jugendlichen sind darin nicht enthalten.
Eine Grazer Expertin lässt nun im Gespräch mit der "Presse" aufhorchen. Demnach wurde dieses heikle Thema in Vergangenheit nämlich sträflich vernachlässigt. "Bereits ein Drittel aller sexuellen Übergriffe wird inzwischen von Kindern und Jugendlichen ausgeübt", sagt Yvonne Seidler, Leiterin von "Hazissa", der Grazer Fachstelle für Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Kindern. Die 39-jährige Pädagogin stützt sich dabei auf Untersuchungen aus Deutschland. Die überwältigende Mehrzahl der Übergriffe von Kindern an Kindern würde auf Grund der fehlenden Strafmündigkeit jedoch nicht verfolgt.
"Dieses Tabuthema wurde zuletzt einfach aus dem täglichen Leben geleugnet." Ein fataler Fehler wie sie meint, denn: "Wenn man sich dieser Buben nicht bereits im Kindesalter intensiv annimmt, kann das später schwere Folgen haben." Gemeint ist damit eine Sexualstraftäter-Karriere als Erwachsener. Natürlich haben Übergriffe - meistens finden diese in der Schule, seltener in der Nachbarschaft statt - im Kindesalter eine andere Qualität als bei Erwachsenen.
"Konkret geht es dabei meistens um das gewaltsame Ausziehen von Rock oder BH, Grabsch-Attacken und stark sexualisierte Sprache", erklärt Seidler. In der Regel seien es vor allem Buben, die handgreiflich werden. "Aber gerade bei den Mädchen beobachten wir eine starke Zunahme von sexuellen Übergriffen verbaler Natur." Verantwortlich dafür macht Seidler die ihrer Meinung nach "übersexualisierte" Alltagswelt der Erwachsenen, die mit all ihren Reizen unreflektiert auf die Heranwachsenden prasselt.
Im Sinne der Täterprävention empfiehlt Seidler betroffenen Eltern und Lehrern, unbedingt professionelle Hilfe zu holen, wenn sie Zeugen sexueller Übergriffe von Kindern werden. Leider würde das Thema nämlich immer noch bagatellisiert. "Meistens hören wir Rechtfertigungen wie: ,Die Buben sind halt so'." Studien jedoch zeigen, dass bei jedem dritten späteren Sex-Täter erste Tendenzen bereits im Kindesalter zu erkennen waren. "In diesem Alter können soziale Kompetenzen und die Fähigkeit zur Konfliktlösung so geschult werden, um spätere Fehlentwicklungen zu verhindern."
"Hazissa" bietet in Graz bereits ein umfassendes Präventionsprogramm für Schulen an. In den Bundesländern sind die Männerberatungsstellen die Ansprechpartner für Interessierte.
www. hazissa.at

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Artikel in den Salzburger Nachrichten am 16.01.2007

Salzburger Nachrichten 16. 1. 2007

Eigene Datei für Sextäter
Institutionen, in denen Kinder und Jugendliche ein- und ausgehen, sollen Auskunft über das Vorleben neuer Lehrer oder Betreuer bekommen.
Inge BaldingerWien (SN). Der Plan der Koalition, eine eigene Sexualstraftäterdatei einzurichten, stößt bei Kinder- und Jugendschutzorganisationen auf vorsichtige Zustimmung. Durchwegs abgelehnt werde aber eine Datei nach dem Vorbild der USA oder Großbritanniens: Dort seien die Listen verurteilter Sextäter für jedermann einsehbar, was zu einem Anstieg der Selbstjustiz und falscher Verdächtigungen geführt habe. Es müsse ein Mittelweg gefunden werden, der im Idealfall den Opferschutz und die Tätertherapie erhöhe, sagen die Praktiker.
Andreas Maurer vom Kinderschutzzentrum Möwe (Wien) geht davon aus, dass allein das Vorhandensein einer derartigen Datei eine, wenn auch geringe, abschreckende Wirkung entfalte. Yvonne Seidler von der Fachstelle für Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Kindern (Graz) glaubt das nicht. Die Rückfallquote – bei Sexualstraftätern extrem hoch - sinke erfahrungsgemäß nur dann, wenn entlassene Täter intensiv kontrolliert und therapiert würden. Selbstverständlich müsse sichergestellt werden, dass sich Sexualtäter "nicht wieder einen Job suchen, wo sie mit Kindern zu tun haben". Darauf zielt der im Koalitionspakt als Absichtserklärung formulierte Plan von Rot und Schwarz auch ab.
Institutionen, die sich um Kinder und Jugendliche kümmern - von den Schulen bis zu den Kinderfreunden oder Pfadfindern - sollen via Sextäterdatei Auskunft einholen können, ehe sie neue Lehrer oder Betreuer beschäftigen. SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni zu den SN: "Es wird die Möglichkeit einer halböffentlichen Information über Menschen geben, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten." Durchaus denkbar ist, dass diese Information - etwa an Schuldirektoren - nur unter dem Siegel der Amtsverschwiegenheit gegeben wird. Schließlich habe jeder Mensch ein Recht auf Privatsphäre. So sieht das auch ÖVP-Sicherheitssprecher Günter Kössl. Priorität habe freilich, einschlägig Vorbestrafte von Kindern fern zu halten. Man wisse, dass sich gerade Sextäter immer wieder Arbeitsbereiche suchten, die ihnen die Möglichkeit gäben, in die Nähe von Kindern zu kommen. Parnigoni und Kössl wollen gemeinsam mit den Justizsprechern, Datenschützern und Praktikern schon bald über die Sextäterdatei reden.
Derzeit sind die Sexualdelikte - wie das gesamte Strafregister - in EKIS (Elektronisches kriminalpolizeiliches Informationssystem) erfasst. Allerdings stehen in EKIS keine Details. Lediglich die Paragrafen, nach denen Verurteilungen ausgesprochen wurden, sind vermerkt. Die Einträge werden nach einigen Jahren wieder gelöscht.
© SN.

 

2006

Jahresbericht 2006

13.10.2006: Fachtagung "Sexualisierte Gewalt unter Kindern und Jugendlichen"

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download: -> Hier finden Sie das Programmheft mit der Beschreibung der Referate und Workshops!

Artikel im APA-Online Journal am 9.10.2006:

APA-online-Journal | 09.10.2006 | Schulen
Kinder als Täter: Fachtagung zu sexueller Gewalt
Kinder und Jugendliche können nicht nur Opfer von sexualisierter Gewalt werden, sondern auch selbst Täter sein. Das sei eine Beobachtung, die von Pädagogen immer häufiger gemacht werde - verbunden mit großen Unsicherheiten, wie damit umgegangen werden soll, so Yvonne Seidler von " Hazissa ", der Grazer Fachstelle für Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen.
Der Verein hat am kommenden Freitag (14.10.) in Graz eine Fachtagung zum Thema organisiert. Seit drei Jahren veranstalte man Seminare zum Thema sexualisierte Gewalt, so Seidler. Zuletzt sei das Thema immer präsenter gewesen, immer öfter hätten Teilnehmer gefragt, wie man damit umgehen solle. Laut Seidler gibt es das Thema schon lange, aber erst in letzter Zeit würden Übergriffe von Kindern - die auch als solche empfunden werden - enttabuisiert.
Pädagogen seien mit dem Phänomen häufig überfordert, wenn etwa ein Zehnjähriger Mädchen an den Po greife. Zwei Aspekte würden dabei eine Rolle spielen: "Das Unwissen über die normale kindliche Sexualität und das Unwissen darüber, wie damit umgegangen werden soll", so Seidler. Das Thema hätte mit knapp 300 angemeldeten Personen auch die größte Resonanz aller bisherigen "Hazissa"-Veranstaltungen erhalten.
Nur ein Fachbuch zum Thema
Kennzeichnend sei, dass es im deutschsprachigen Raum nur ein Fachbuch zum Thema gebe, berichtete die Organisatorin. Dessen Autorin, Dagmar Riedel-Breidenstein aus Berlin, wird bei der Fachtagung Maßnahmen zu Umgang und Intervention in Schule und Kindergarten darstellen. Anita Heiliger aus München - laut Seidler eine der "Fachmenschen" auf dem Forschungsgebiet der sexuellen Gewalt - wird die Frage nach Ausmaß und Ursachen sexueller Übergriffe unter Heranwachsenden behandeln. Peter Wanke von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien wird über die Behandlung und Möglichkeiten der Heilung jugendlicher Sexualstraftäter referieren.
Am Nachmittag sollen die einzelnen Aspekte in Workshops vertieft werden, um den Teilnehmern Handlungskompetenzen zu geben, so Seidler. Neben Menschen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, sei die Veranstaltung wohl auch für Eltern interessant, meinte sie. Für die Workshops am Freitagnachmittag ist eine Anmeldung notwendig.

 

2005

Jahresbericht 2005

16.11.2005: Präventionstagung Zagreb

REGIONALNA KONFERENCIJA "OPASNOSTI OD PEDOFILIJE", ZAGREB, 16. STUDENOG 2005. GODINE

Ured za ljudska prava Vlade Republike Hrvatske je, u suradnji sa Radnom skupinom za žene Radne zajednice Alpe Jadran, organizirao Regionalnu konferenciju na temu "Opasnosti od pedofilije" (dnevni red konferencije) na kojoj su se okupili strucnjaci/kinje koji se bave zaštitom prava djece iz razlicitih strukovnih podrucja iz zemalja regije, Austrije, Madarske, Italije i Republike Hrvatske a u cilju razmjene zakonodavnih iskustava i senzibiliziranja javnosti o problematici seksualnog zlostavljanja djece kao i potrebi suzbijanja kriminalne aktivnosti - pedofilije.
Pokroviteljica Regionalne konferencije, potpredsjednica Vlade ujedno ministrica obitelji, branitelja i medugeneracijske solidarnosti, gda Jadranka Kosor u svom pozdravnom govoru istaknula je odlucnost države u suzbijanju seksualnog zlostavljanja djece i spremnost na aktivno sudjelovanje u svim regionalnim i širim inicijativama, te postici zakonsko unaprjedenje i prilagodbu standardima EU, senzibilizirati strucnjake i javnosti za navedeni problem, razviti cyber-policiju, razviti preventivne programe za djecu i roditelje kako bi se osiguralo bezbrižno i zdravo odrastanje.
U pozdravnom govoru je predsjednica RS za žene RZ Alpe Jadran, gda Piroska Plecskone-Kramarics naglasila da je kriminalna aktivnost-pedofilija, problem jednako raširen u svim zemljama regije, te su se žene-clanice RS udružile i odlucile organizirati navedenu konferenciju u cilju prevencije i senzibiliziranja javnosti o problematici seksualnog zlostavljanja i nasilja nad djecom.
Predstojnik Ureda za ljudska prava, g Luka Maderic je izložio niz statistickih pokazatelja vezano uz problematiku seksualnog zlostavljanja djece, iz kojih proizlazi da su u 2004. optužene 123 punoljetne osobe za kaznena djela seksualnog zlostavljanja (spolni snošaj s djetetom, bludne radnje, zadovoljenje pohote pred djetetom ili maloljetnom osobom, podvodenje, iskorištavanje djece ili maloljetnih osoba za pornografiju, upoznavanje djece s pornografijom). Iznio je i podatke Ureda pravobranitelja za djecu vezano uz prijave o seksualnom nasilju nad djecom a koje su bile podnesene Uredu od njegova osnivanja (od 2003). Ured bilježi 46 slucajeva koji u užem ili širem smislu se odnose na pedofiliju, uz obuhvat od 84 djece; u više od 50% slucajeva obratile su se same žrtve ili clanovi njihovih obitelji; 13% je bilo anonimnih prijava, u 28% prijavitelji su bile zainteresirane trece osobe; u najvecem broju (28%) se radi o spolnom aktu, 27% bludnim radnjama, 22% zadovoljavanju pohote pred djetetom.  Prof.dr.sc. Ksenija Turkovic  je iznijela kazneno-pravne aspekte opasnosti od pedofilije uz vrlo konkretne prijedloge za poboljšanje nacionalnog zakonodavstva, koji su uvršteni u preporuke i zakljucke konferencije. Izmedu ostaloga, skrenula je pozornost na potrebu zakonskog definiranja pojma "pornografskog materijala" te potrebe interpretacije pojma "djecja pornografija" u skladu s cl. 9. st. 2. Konvencije o kibernetickom kriminalu. Upozorila je na to da nismo u našem KZ-u predvidjeli posebne razloge iskljucenja protupravnosti kod kaznenog djela iskorištavanja djece za pornografiju. Otvorila je pitanje vezano uz inkriminiranje ne samo vizualnog prikazivanja djece na pornografski nacin, vec i pisanja o djeci na pornografski nacin te potrebe definiranja pedofilije (užem/širem smislu). Skrenula je pažnju na relativno nove mjere glede postupanja s pedofilima koje se razvijaju u SAD-u – kemijska kastracija pedofila, obvezna  registracija osudivanih pedofila te kažnjavanje pedofila i za same misli. Predložila je da se za sva kaznena djela koja mogu biti vezana uz seksualno zlostavljanje djeteta postupak pokrece po službenoj dužnosti; kad clan obitelji cini kazneno djelo prema djetetu/maloljetniku da isto dobije oblik kvalificiranog kaznenog djela; kako se seksualno zlostavljanje najcešce otkriva u odrasloj dobi, te prema postojecem KZ-u pada cesto u zastaru – predlaže pocetak roka zastare od navršene 18 godine života žrtve; osigurati žrtvi besplatnog opunomocenika u sudskom postupku ukoliko je obitelj siromašna placati usluge zastupanja; zaštitu od sekundarnu viktimizacije osigurati svim traumatiziranim žrtvama seksualnog nasilja kroz odredbe ZKP-a i dr.Talijanski pravobranitelj za djecu Furlanije-Julijske krajine, g. Grancesco Milanese istaknuo je da Italija nema nacionalnog pravobranitelja za djecu, njegov Ured je nezavisan u radu, podnosi godišnje izvješce prema Regionalnom vijecu i Regionalnoj vladi, a cilj mu je postici medijaciju/posredovanje izmedu institucija, zdravstvenih i socijalnih djelatnika te reorganizirati postojece resurse kako bi se što bolje zaštitila prava djece. U svom je izlaganju a potom i u diskusiji dao jasnu distinkciju izmedu seksualnog zlostavljaca i pedofila, te je mišljenja da "osobe koje odlaze na kraj svijeta radi seks-turizma s djetetom nemaju dijagnozu, vec spadaju u kategoriju osoba-pedofili". Manjkavost talijanskog zakonodavstva odnosi se na nemogucnost zastupanja žrtve od strane trece osobe (primjerice pravobranitelja) ukoliko je zlostavljac-roditelj.
Prof. Enzo Kermol je profesor komunikacije i govorio je o psiho-socijalnim aspektima obitelji, zlostavljane djece i ulozi medija u navedenoj problematici, tako da apelira na medije kako i na koji nacin opisuju dogadaje i epitete kojima se koriste a koji utjecu/mogu utjecati na naše razmišljanje i stavove. Rezultati istraživanja pokazuju da nasilje u medijima poticu na agresivnost djece, povecava razinu straha ali i toleranciju na nasilje opcenito.
Gda Yvonne Seidler je ravnateljica Udruge Hazissa iz Graza, Austrije, koja provodi istraživanja i edukativne radionice vezano uz problematiku seksualnog zlostavljanja djece. Rezultati istraživanja seksualnog zlostavljanja djece pokazuju da su najcešce žrtve-djeca iz siromašnih društvenih struktura, nesigurna u sebe, djeca-invalidi, iz strogo-odgajanih obitelji, s time da su djevojcice cešce žrtve zlostavljanja, dok su djecaci skloniji recidivizmu i sl. Udruga provodi edukacije i radionice za državne institucije/djelatnike te drži da je za uspješno funkcioniranje državnog sustava potrebno njihovo umrežavanje i razmjena informacija, neovisno o politickim opredjeljenjima celnika istih a sve u cilju uklanjanja sekundarnog traumatiziranja djeteta-žrtve i njegove daljnje zaštite.
Prof. Zoltan Lakner s Katolickog fakulteta u Budimpešti, kao i ostali sudionici, naglašava sekundarnu viktimizaciju djeteta kod svjedocenja. Kako se seksualno zlostavljanje najcešce dogada upravo u/široj obitelji, skrece pozornost na potrebu djelotvornog rada institucija s obitelji uz promicanje moralnih vrijednosti. Problem s kojim se susrecu u Madarskoj je da strucni djelatnici (pedijatri i pedagozi) najcešce ne prijavljuju zlostavljanje djece iako to zakon obvezuje, stoga ukazuje na potrebu stalnog senzibiliziranja strucnjaka i njihovo preuzimanje odgovornosti. Predložio je postrožiti zakonske propise vezano uz korištenje Interneta i "informatickih blokada" zbog širenja djecje pornografije tim medijem, primjerice trenutno u svijetu otvoreno 20 milijuna Internet-stranica i 1,7 milijuna dodatnih linkova s djecjom pornografijom, a na kojima nema tehnicke zabrane pristupa. Predlaže izraditi programe kojima ce se takvi serveri moci kontrolirati, na globalnoj razini. Dr.sc. Irma Kovco Vukadin s Visoke policijske škole istaknula je da Hrvatska provodi izobrazbu specijaliziranih policijskih službenika (6-7 tjedana) za specificno postupanje prema djeci-žrtvama seksualnog zlostavljanja te je prikazala istraživanje seksualne viktimizacije u Hrvatskoj, na uzorku od 201 pocinitelja kaznenog djela nad djetetom (Lepoglava 1980-2000.). Predložila je da države financiraju kvalitetna i specificna istraživanja kao podlogu za razvoj preventivnih aktivnosti u podrucju zlostavljanja djece, usmjerenih na djecu i  odrasle osobe; propituju kvalitetu postojecih pravnih i institucijskih okvira (primjerice dovoljni broj strucnjaka, zadovoljavajuci tretman djeteta-žrtve ili pocinitelja i sl.), kako bi se sprijecio recidivizam; te trajno raditi na senzibiliziranju javnosti.  Istražiteljica Policije Županije Zala, Madarska, gda Gabriella Stajer Vargane takoder je naglasila da madarsko zakonodavstvo ne poznaje izrijekom pedofiliju, niti pedofile, te se osvrnula na 357 slucajeva prijave seksualnog zlostavljanja djece 2005. godine, od cega je u 50 slucajeva pocinjeno zlostavljanje nad djetetom u okviru obitelji, koncentrirano u selima/predgradima.
Psihologica-profesorica iz Poliklinike za zaštitu djece Grada Zagreba, gda Ivana Cosic iznijela je rezultate istraživanja o iskustvima djece pri korištenju Interneta provedeno 2004. godine na uzorku od 4000 djece - 90% djece koristi kompjutor, 73% koristi Internet, 32% "chat", 25% koristi Internet kad su sami, samo 4% uz prisutnost roditelja, 54% djece ima vlastitu e-mail adresu, 27% je bilo izloženo seksualnim sadržajima, 28% djece je pitano o seksu, a zabrinjavajuce je da  27% pristaje otici na sastanak sa nepoznatom osobom.     Psihologica-profesorica iz Poliklinike za rehabilitaciju slušanja i govora SUVAG iz Karlovca, gda Marta Benko osvrnula je na tretman djeteta-žrtve i pocinitelja, te naglasila nedoumice vezano uz provodenje psiho-socijalnog tretmana žrtve i pocinitelja (tko/gdje provoditi). Drži da je "pedofil" dijagnoza a ne osobina pocinitelja koja ne bi trebala biti emocionalno obojena. U Hrvatskoj postoje obrazovani strucnjaci kako za tretman žrtve, tako i pocinitelja. Kada govorimo o psihoterapiji pocinitelja metoda izbora (dakle, najefikasnija i preporucena metoda) je bihevioralno-kognitivna terapija (ili psiholog bihevioralno-kognitivne orijentacije). Dio bih.-kog. terapije je i seksualna terapija za koju se sada u Hrvatskoj provodi edukacija u organizaciji prof.dr.sc. Aleksandra Štulhofera. Parafiliije, u koje nozološki pripada i pedofilija, sasvim sigurno su u domeni bihevioralno-kognitivne ili uže seksualne terapije. Posebno je važno da se prof. Štulhofer potrudio detektirati adekvatne strucnjake (psihologe i lijecnike) po svim županijama; upravo ti ljudi su u edukaciji za seksualnog terapeuta. Edukaciju vode renomirani strucnjaci (seksualni terapeuti) iz inozemstva i u procesu smo verificiranja programa koji ce omoguciti valjane licence za RH i inozemstvo. Kako strucnjaci postoje, treba što hitnije osnovati timove za provodenje psihosocijalnog tretmana. Tretmane treba provoditi bilo gdje osim pri CZSS, odnosno tretman pocinitelja i žrtve nužno mora biti u odvojeni ustanovama i od strane tima strucnjaka (jedni iskljucivo rade sa žrtvama, drugi iskljucivo s pociniteljima). Primjerice, u Rijeci je gradska uprava zaposlila dva psihologa za psihosocijalni tretman, ali nije jasno radi li se doista o strucnim ljudima ili je to nešto pro forme radi.G. Josip Strmotic iz Uprave kriminalisticke policije MUP-a istaknuo je da društvo treba izgradivati i ustrajati na odgojno-moralnim vrijednostima i etici, uz prijedlog: ne smije se ostati samo na kaznenim mjerama zaštite djece a da izostaju druge mjere društvene reakcije u cilju zaštite djeteta (moralni vrijednosni sustav, socijalno-zaštitne i obiteljsko pravne mjere, pravna zaštita, prosvjecivanje), stoga raditi na preventivnim programima; roditelje educirati o korištenju novih tehnologija pri cemu znacajnu ulogu trebaju preuzeti  odgojno-obrazovne ustanove; država osigurati dovoljan broj strucnjaka s kojima ce se moci provoditi zakoni.Sudac Opcinskog suda u Zagrebu, g. Tomislav Tomšic  drži da Hrvatska ima dobro kazneno zakonodavstvo, koje se loše primjenjuje pri cemu je istaknuo primjer da dijete-žrtva ima pravo na opunomocenika u sudskom postupku koji se rijetko koristi, te problem instituta zastare za kaznena djela nad djetetom (predlaže rok od dana punoljetnosti žrtve). Dobra strana zakona je što omogucuje korištenje zapisnika i video-linka djeteta (uz socijalnog radnika) na glavnoj raspravi,  kako bi se izbjegla sekundarna viktimizacija žrtve.     Ispred Ureda pravobranitelja za djecu, gda Ester Radmilo  iznijela je važnost rada na preventivnim programima zaštite djece potencijalnih žrtava kao što su: treniranje samozaštite djece u predškolskim i školskim ustanovama, te igraonicama i drugim mjestima dostupnih djeci kroz ciljane programe vladinih institucija i nevladinih udruga kao i korištenje i aktivnosti medija u tu svrhu; jacanje nadzora i kontrole obitelji kroz mjere obiteljsko-pravne zaštite (primjerice nadzor nad izvršenjem roditeljske skrbi); jacanje svijesti gradana o potrebi suradnje s mjerodavnim tijelima radi prijavljivanja bilo kakvih oblika rizicnih ponašanja; jacanje uloge kontakt-policajaca i njegove suradnje s lokalnom zajednicom.Gda Ðurdica Vrdoljak iz Ministarstva vanjskih poslova i europskih integracija predložila je da se, po uzoru na inicijativu Skupine G-8 a što je podržalo i Vijece Europe, stvori baza podataka pravomocno osudivanih osoba-pedofila.     U vrijeme rasprave otvorilo se pitanje – da li je "pedofil" dijagnoza ili se koristiti zakonodavno-kaznenim odredenjem – seksualnog zlostavljaca djece. Navedenom se oštro usprotivio talijanski pravobranitelj za djecu.
P r i j e d l o z i :
1.       trajno senzibilizirati strucnjake i javnost za problematiku seksualnog zlostavljanja djece i pedofilije
2.       razviti cyber-policiju
3.       razviti preventivne programe za djecu i roditelje kako bi se osiguralo bezbrižno i zdravo odrastanje
4.        zakonski definirati "pornografski materijal", "djecju pornografiju" te pedofiliju (užem/širem smislu)
5.       izmjene KZ-a, tako da se za sva kaznena djela seksualnog zlostavljanja djeteta pokrece sudski postupak po službenoj dužnosti
6.       izmjene KZ-a, tako da ukoliko clan obitelji cini kazneno djelo seksualnog zlostavljanja djeteta,  isto dobije oblik kvalificiranog kaznenog djela
7.       izmjenom KZ-a produžiti rok zastare za pocinjenje kaznenog djela seksualnog zlostavljanja djeteta, s pocetkom od 18 godine žrtve
8.       razmjena iskustva, mišljenja i protokola postupanja izmedu ustanova i svih državnih institucija – njihovo umrežavanje u cilju što bolje zaštite djeteta
9.        dosljedno provoditi zakone, naglasak odgovornosti na strucne djelatnike koji su obvezni prijavljivati zlostavljanje djece
10.   stalna senzibilizacija strucnjaka i njihovo preuzimanje odgovornosti
11.   postrožiti zakonske propise vezano uz korištenje Interneta i koristiti "informaticke blokade", izraditi programe kojima ce se takvi serveri moci kontrolirati na globalnoj razini a u cilju sprjecavanja sve veceg širenja djecje pornografije putem toga medija
12.   financirati kvalitetna i specificna istraživanja kao podlogu za razvoj preventivnih aktivnosti u podrucju zlostavljanja djece, usmjerenih na djecu i  odrasle osobe; propitivati kvalitetu postojecih pravnih i institucijskih okvira (primjerice dovoljni broj strucnjaka, zadovoljavajuci tretman djeteta-žrtve ili pocinitelja i sl.), kako bi se sprijecio recidivizam
13.   tretman pocinitelja i žrtve provoditi u odvojenim ustanovama
14.   roditelje educirati o korištenju novih tehnologija pri cemu znacajnu ulogu trebaju preuzeti odgojno-obrazovne ustanove
15.  stvoriti bazu podataka pravomocno osudivanih osoba-pedofila.

 

09.06.2005: Abschlussveranstaltung "Was gehts mich an? Sexualisierte Gewalt - DAS Tabu unserer Gesellschaft"

9. Juni 2005  Abschlusstagung:
„Was geht's mich an?" Sexualisierte Gewalt – DAS Tabu unserer Gesellschaft?!

Non-stop-Kino HAUPTBAHNHOF GRAZ
Doors open: 11:00 h
Come together am Buffet, Kontakt zu relevanten Institutionen, Info-Tische

13:30 Begrüßung und Eröffnung:
Landesrat Dr. Kurt Flecker (Soziales)
Landesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder (Bildung und Familie)
Landesrat Mag. Wolfgang Erlitz (Gesundheit)

Stadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl

14:00 – 15:00
"Wo steht die Arbeit gegen sexualisierte Gewalt heute?
Erfolge, Widerstände, Handlungsbedarf."
Referentin: Dr. Anita Heiliger, geb. 1942 in Berlin.

Studium der Soziologie an der Freien Universität Berlin,  seit 1973 als Sozialwissenschaftlerin am Deutschen Jugendinstitut in München in der Abteilung Geschlechterforschung und Frauenpolitik. Bisherige Arbeitsschwerpunkte: alleinerziehende Frauen, Mädchenarbeit und Mädchenpolitik, Frauenpolitik, Frauen- und Lesbenbewegung, Sorge- und Umgangsrecht, Gewalt gegen Mädchen und Frauen, sexuelle Gewalt/sexueller Missbrauch, weibliche und männliche Sozialisation, Gewaltprävention, Täterprävention. Derzeit Arbeit an einem Forschungsprojekt zur Veränderung der Männlichkeitsbilder als zentrale Gewaltprävention.
Zahlreiche Veröffentlichungen zu obengenannten Themen in Büchern, Fachzeitschriften und Sammelwerken. Einige der Buchveröffentlichungen: Sexuelle Gewalt. Männliche Sozialisation und potentielle Täterschaft, Frankfurt 1995 (mit Constance Engelfried); Aktiv gegen Männergewalt. Kampagnen und Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen international (hg. mit Steffi Hoffmann), München 1998, Täterstrategien und Prävention. Sexueller Missbrauch an Mädchen innerhalb familialer und familienähnlicher Strukturen, München 2000; Männergewalt gegen Frauen beenden! Strategien und Handlungsansätze am Beispiel der Münchner Kampagne gegen Männergewalt an Frauen und Mädchen/Jungen, Opladen 2000, Mädchenarbeit im GenderMainstream, München 2002, Verrat am Kindeswohl – Erfahrungen von Müttern mit dem Sorge- und Umgangsrecht in hochstreitigen Fällen, München 2003 (hg. mit Traudl Wischnewski)

15:30 – 16:30 h
Univ.Prof. Dr. Max Friedrich

seit 1995 ordentlicher Univ.-Prof. und Vorstand der Univ.-Klinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters des AKH Wien
Konsulent des Stadtschulrates, des Amtes für Jugend und Familie, des Familien- Justiz- und Gesundheitsministeriums in Sekten-, Familien- und Missbrauchsfragen
Nationale und internationale gremiale Funktionen.
Zahlreiche Publikationen, z.B.:
• Verhaltensbeurteilung bei Kindern und Jugendlichen (Allgemeine und spezielle Psychopathologie). Thieme-Verlag.
• Tatort Kinderseele - Sexueller Mißbrauch und die Folgen, Ueberreuter-Verlag.
• Irrgarten Pubertät - Elternängste, DVA-Verlag
• Kinder ins Leben begleiten - Vorbeugen statt Therapie. ÖBV&HPT
• Die Opfer der Rosenkriege - Kinder und die Trennung ihrer Eltern
Überreuter Verlag

17:00 Uhr – 17:30 Uhr
Resumé der Seminarwochenenden
durch Krista Mittelbach und Mag.a Yvonne Seidler
17:30 Uhr– 19:00 Uhr
Podiumsdiskussion:
Referenten und Gäste stellen sich dem Publikum

Moderation: Hannes Körbler

„Non-stop" Zeichenperformance von Mag.art Dieter Puntigam Leipzig/Graz/Wien

Abendprogramm:

20:00 h
Film „Rhythmen der Gewalt" von Klaus KARASU Schrefler    http://karasu.mur.at

Klaus Schrefler ~ KaRaSu - Künstler, Wissenschafter und Visionär- Der 1969 in Linz geborene Künstler studierte Biologie und Techn. Chemie in Graz mit Schwerpunkt im Einsatzbereich neuer visueller Medien, [Mag. Dr. rer. nat.].
Künstlerisch befasst er sich zunächst sowohl mit den Schattenseiten des menschlichen Daseins: Krieg, Gewalt und Rassismus und deren Hintergründen. als auch mit den Lichtseiten, respektive der Energie der Sonne als Quelle aller Transformation - was durchaus auch symbolisch zu verstehen ist - Grundkonsens Humanismus, Menschenrechte und Respekt vor der Natur!
Schrefler, der nebenbei auch als als Lehrbeauftragter an der Universität Graz und projektbezogen als freier wissenschaftlicher Mitarbeiter der Joanneum Research Ges.m.b.H., Inst. f. Digitale Bildverarbeitung arbeitet, hat in den vergangenen Jahren mehrere integrative Projekte in verschiedenen Ländern verwirklicht, die zwar vorrangig den visuellen Künsten zuzuordnen sind, aber stets auf die Einbindung anderer Disziplinen Wert legen.

21:00 h
Lesung „Im Sumpf" mit Fritz Ostermayer, Thomas Edlinger      www.fm4.at
Ostermayer, Edlinger:
Die Sumpfprotokolle. Gescheiterte Spezialsümpfe & verpfuschte Symposien. Wien: Edition Selene, 1998. Die Gutmenschenprotokolle. Wien: Edition Selene, 2000.
Fritz Ostermayer
Der FM4-Senatsrat (Kultsendung "Im Sumpf") hinterließ zuvor schon bei der legendären Ö3-"Musicbox" sowie im "Falter" als auch bei zahlreichen anderen Radiosendungen und Printmedien sowie als Buchautor seine singuläre Duftmarke. Selbst musikalisch aktiv von der New-Wave-Zeit mit den Vielen Bunten Autos bis zum Country/Schlager-Projekt Scheitel (und - semilegendär! - als Mitglied der burgenländischen Freakout-Truppe Nirvana mit dem Trompeter-Unikat Kurt Grafl). Der Teilzeitplattenaufleger und obsessive Musik-Diktator veröffentlichte 2003 seine erste CD unter eigenem Namen, "Kitsch Concrète", mit durchgeknallten Elektroschlagern bis gewagten Coverversionen von Cale bis Sparks.
Gott ist ein Tod aus der Steckdose. Klagenfurt: Edition Selene, 1994.
Hermes Phettberg räumt seine Wohnung zsamm. Klagenfurt: Edition Selene, 1995.

Mag. Thomas Edlinger:
Geboren 1967 in Wien. Studium der Philosphie, Publizistik und Germanistik. Parallel dazu seit etwa 1989 regelmäßiger Mitarbeiter der Ö3-Sendung "Musicbox", später dann unregelmäßiger Gestalter für diverse Radio-Sendungen, freier Autor für verschiedenste Printmedien, Mitarbeiter der ORF-"Kunststücke" und Co-Gestalter einer TV-Dokumentation über das Netzwerk heutiger Überwachungstechniken.
Seit 1995 gemeinsam mit Fritz Ostermayer Gestalter und Moderator der FM4-Sendung "Im Sumpf" und in dieser Funktion Co-Herausgeber einer Buchreihe in der Edition Selene sowie Co-Autor zweier "Sumpf"-Bücher in diesem Verlag.

22:15 h
Konzert „NOVI SAD"

Die österreichische Band Novi Sad gehört seit beinahe 15 Jahren zu den Geheimtipps der gehobenen Pop-Musik. Nun hat sie ihre neue CD 'europe's.other.side'  herausgebracht. Im Mittelpunkt der neuen lyrischen CD steht das Akkordeon und die ätherische Stimme Evelyn Blumenaus. 'Europas andere Seite ' ist auch als politisches Statement zu verstehen, als individuelles Bekenntnis im Zeichen europäischer Erweiterung. - ....'europe's.other.side'  wurde großteils unplugged eingespielt und liefert nichts desto trotz eine weite musikalische Bandbreite: von Country über Pop bis hin zu punkigen Anklängen ....Novi Sad schlagen Brücken zwischen Ost und West, zwischen Bekanntem und Unbekannten, zwischen Kunst und Kommerz: Großartig!  (SKUG Musikmagazin, 57/03)
Es ist eine Hommage an die scheinbare Verlorenheit des Einzelnen in der Welt und die Suche nach einem Stück globaler Identität. Es ist auch eine Erinnerung an die Länder Südosteuropas, draußen vor der EU-Tür. Die Stimmung ist melancholisch heiter. ¾ Takte und Popjuwelen mit Hitqualität laden zum Mittanzen ein.

Mehr Infos über NOVI SAD gibt es unter: www.novisad.at

 

Sexualisierte Gewalt: Prävention tut not

2004

Jahresbericht 2004

03.06.2004: Auftaktveranstaltung "Was gehts mich an?" Fachtagung und Weiterbildungsreihe

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„Was geht´s mich an?"
Sexualisierte Gewalt – das Tabu unserer Gesellschaft!?

Internationale Fachtagung und sechsteilige Weiterbildungsreihe
von Juni 2004 bis Juni 2005

Planung, Organisation und Veranstaltung:

- Forum politische Bildung Steiermark     www.gesellschaftspolitik.at
Peter Scheibengraf, DI Kurt Reichenauer
- Hazissa, Fachstelle für Prävention, Graz       www.hazissa.at
Mag.a Yvonne Seidler, Christine Bramerdorfer
- Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark   www.kija.at
Krista Mittelbach
- Institut für psychosoziale Fragen, Wien
Dr. Rainer König-Hollerwöger

Programm:

Auftaktveranstaltung:

3. Juni 2004 ab 11:00 Uhr im Non-stop-Kino am Hauptbahnhof Graz
Tagungsbeitrag inklusive Abendprogramm: 10,00 €

Seminarreihe:

Seminar 1:        1. bis 3. Oktober 2004
Soziale Aspekte sexualisierter Gewalt
Seminar 2:        26. bis 28. November 2004
Sexualisierte Gewalt zwischen Voyeurismus und Aufklärung
Seminar 3:        28. bis 30. Jänner 2005
Sexualisierte Gewalt in Institutionen
Seminar 4:        4. bis 6. März 2005
Folgen und Aufarbeitung sexueller Gewalt
Seminar 5:        14. bis 17. April 2005
Sexuelle Gewalt gegen Menschen mit Behinderung
Seminar 6:        20. bis 22. Mai 2005
Möglichkeiten der Vorbeugung, zielgruppenorientierte Ansätze

Abschlussveranstaltung:

9. Juni 2005 ab 11:00 Uhr im Non-stop-Kino am Hauptbahnhof Graz
Tagungsbeitrag inklusive Abendprogramm: 10,00 €

Auftaktveranstaltung: 3. Juni 2004

Ort: Non-stop-Kino am Hauptbahnhof Graz

11:00 Uhr: Doors open

- Infotische mit Kontaktmöglichkeit zu relevanten Institutionen

- Permanent: „Non-stop" Zeichenperformance von:
Mag.art  Dieter Puntigam:  Leipzig-Graz, Aktionsmaler, Comicartist
Geboren 1974 in Graz, studierte Kunst, Grafik, Buchdruck in Graz und Leipzig, zahlreiche Ausstellungen und Malaktionen in Österreich, Deutschland und Frankreich, zuletzt in Österreich: Forum Stadtpark Graz, Joanneum, Museumsquartier Wien

13:30 Uhr: Begrüßung: Maga. Yvonne Seidler

Offizielle Eröffnung der Tagung durch:
Stadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl
LAbg. Michaela Halper in Vertretung von Landesrat Dr. Kurt Flecker
Landesrat Mag. Wolfgang Erlitz (angefragt)

14:30 Uhr – 15:30 Uhr
Referat
Dipl.Päd. Gisela Braun:
Köln, Diplom- Pädagogin, Fachreferentin bei der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in Köln, Autorin von Fachpublikationen, Kinderbüchern und Broschüren
„Das große und das kleine NEIN" Verlag an der Ruhr 1991
„Ich sag nein" 1999
„An eine Frau hätte ich nie gedacht!" Köln 2001
„Pädosexualität ist Gewalt", Beltz Verlag 2004

"So hab ich mir das nicht vorgestellt..."
Die Gefühle der Kinder und die Strategien der Täter
Das Wissen um die Strategien der Täter ist unabdingbar für die Arbeit gegen sexuellen Missbrauch, denn nur so können wir nachvollziehen, wie sexueller Missbrauch „funktioniert". Und wenn wir um die Dynamik wissen, verstehen wir die Gefühle betroffener Kinder, verstehen, was die sexuelle Gewalt letztendlich für sie bedeutet und was sie von uns als HelferInnen brauchen. Der Vortrag bietet eine eindringliche, nahegehende und doch humorvolle Einführung ins Tagungsthema.

16:00 Uhr – 17:00 Uhr
Referat
Prof. Dr. Luise Hartwig:
Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen
Themenschwerpunkte in Lehre und Forschung:
Erziehungswissenschaft, Jugendhilfe, Sozialisation, Familie, Frauen
Jugendhilfeforschung, Frauenforschung, Geschlechterforschung

Wichtigste Veröffentlichungen:
·    Hartwig, L.: Sexuelle Gewalterfahrungen von Mädchen. Weinheim 1990
·    Hartwig, L./Weber, M.: Sexuelle Gewalt und Jugendhilfe. Münster 1991
·    Birtsch, V./Hartwig, L./Retza, B.(Hg.): Mädchenwelten-Mädchenpädagogik. Frankfurt a.M. 1996
·    Hartwig,L./Merchel,J.(Hg.): Parteilichkeit in der Sozialen Arbeit. Münster 1999
·    Hartwig, Luise, Hensen, Gregor: Sexueller Missbrauch und Jugendhilfe. Weinheim und München 2003

„Kinder in Gewaltbeziehungen"
Möglichkeiten und Grenzen sozialpädagogischen Handelns bei sexuellem Missbrauch.
Rund 20 Jahre nach der (fach-) öffentlichen Thematisierung des sexuellen Missbrauchs gilt es eine Zwischenbilanz im Hinblick auf die notwendigen Hilfen für Mädchen und Jungen zu ziehen. Wie steht es um die Erfolge des Kinderschutzes und wo sind strukturelle und fachliche Mängel in der Jugendhilfe zu beklagen?
Wer kann das Kindeswohl im Auge behalten, ohne den Kindeswillen zu brechen?  Welche zukunftsweisende sozialpädagogische Positionierung ist für soziale Fachkräfte in Kooperation mit Justiz, Medizin und Schule geboten?

17:30 Uhr – 18:30 Uhr

Podiumsdiskussion mit

Dipl.Päd. Gisela Braun
Prof. Dr. Luise Hartwig
Maga. Ingrid Krammer, Leiterin des Jugendamtes im Magistrat Graz
DSA Kerstin Grabner, GF der Beratungsstelle Tara
Dr. Rainer König-Hollerwöger, Sexualforscher, Autor
DSA Joachim Voitle, Therapeut, Männerberatungsstelle Graz

Moderation:
Jörg Martin Willnauer:
Kabarettist, Musiker, Schauspieler, Radio- und Bühnenmoderator
Musikstudium in Heidelberg (Klavier und Komposition) und Graz, Wöchentliche Kabarett-Sendung auf ORF Steiermark, jeden Sonntag von 21.30 - 22.00 Uhr, auch via Internet hörbar, Zahlreiche Rundfunk & Fernsehsendungen
Solo-CD: Darf ich Ihnen meine Software zeigen?
LP: Der kahle Sänger
Bücher: Österreich in Wort & Schild. Edition Gutenberg,
Steiermark in Wort & Schild. Styria Verlag
www.willnauer.at

Abendprogramm

19:30 Uhr
Film  „Rhythmen der Gewalt" von Klaus KARASU Schrefler

Dr. Klaus Schrefler:
Künstler, Wissenschafter und Visionär
1969 in Linz geboren, studierte Biologie und Techn. Chemie in Graz mit Schwerpunkt im Einsatzbereich neuer visueller Medien, [Mag. Dr. rer. nat.]. Schrefler, der nebenbei auch als als Lehrbeauftragter an der Universität Graz und projektbezogen als freier wissenschaftlicher Mitarbeiter der Joanneum Research Ges.m.b.H., Inst. f. Digitale Bildverarbeitung arbeitet, hat in den vergangenen Jahren mehrere integrative Projekte in verschiedenen Ländern verwirklicht, die zwar vorrangig den visuellen Künsten zuzuordnen sind, aber stets auf die Einbindung anderer Disziplinen Wert legen.
www.karasu.mur.at

20:30 Uhr
Head-phones Konzert  mit  MIKA

Vor drei Jahren haben MIKA, die verspielten Elektro-Pop-Bastler aus der Steiermark, ihr Debütalbum auf Klein Records herausgebracht. Seither hat es die MIKA's,  Matthias Kertal, Simon Nola und Lea Sonnek hinaus in die weite Welt verschlagen: nach Graz, Wien und London, um genau zu sein. Mika machen Musik, die sich nicht bequem in Schubladen stecken lässt, sondern lieber auf die großen Pop-Werte setzt: Stimmung, Leidenschaft und Emotionen. Electronica mit Seele: gibt es auf dem neuen Album 'Right Place, Right Time', wieder auf Klein Records, zu bestaunen.
www.mikaella.org

DJ's und Party

Tagungsbeitrag:
€ 10.- inkl. Abendprogramm

Seminarreihe:

Seminar 1:
1. bis 3. Oktober 2004

Soziale Aspekte sexualisierter Gewalt

Referentin:
Dr. Margret  Aull (Innsbruck):
Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin, Erziehungswissenschafterin,
Aufbau von Sozialpädagogische Mädchenwohngemeinschaft Cranachstrasse(1986-1991) und Kinderschutzzentrum Tangram(1991-2001), Lehrbeauftragte am Institut für Sozialpädagogik in Stams, Fortbildungen mit dem Schwerpunkt „Gewalt im sozialen Nahraum", frei niedergelassene Psychotherapeutin in Innsbruck

In die Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt - vor allem bezogen auf das familiäre Umfeld – gilt es die  Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Faktoren und Strukturen einerseits  und die Beziehungs-, Psycho- und Familiendynamiken konkret handelnder und involvierter Menschen andererseits, einzubeziehen. Zum Beispiel:
·    Zusammenhang Geschlechterverhältnis und sexualisierte Gewalt
·    Familie als „unantastbare Größe" – die „Schuld" des Sich-Einmischens
·    Unglaubliches kann nicht geglaubt werden
·    Ansprechen von Tabus: Umkehr der Opfer-Täter-Rolle
·    Klischees und Mythen über TäterInnen
Ziel des Seminars ist es im Zuge der gemeinsamen Auseinandersetzung, eine Haltung zu stärken bzw. Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die unmittelbar an der Verantwortung der TäterInnen ansetzen und die der Gesellschaft dabei nicht ausklammern.

Seminar 2:
26. bis 28. November 2004

Sexualisierte Gewalt – zwischen Voyeurismus und Aufklärung
Die Verantwortung der Medien

Referent:
Prim. Dr. med. Werner Gerstl (Linz):
Facharzt für Kinderheilkunde und Kinder-Jugendneuropsychiatrie, Sachverständiger,
Leiter der Abteilung für Kinder-und Jugendneuropsychiatrie der Kinderklinik Linz, Direktor „Zentrum Spattstraße" Linz, Vizepräsident der heilpädagogischen Gesellschaft und der Gesellschaft für Kinder und Jugendneuropsychiatrie
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Kinderschutz und Untersuchungen bei misshandelten oder missbrauchten Kindern.
Das Seminar wird sich in Form einer Arbeitsgruppe ganz spezifischen Themen  rund um die Problematik des sexuellen Missbrauches aus der Perspektive des Opfers, und der des Täters oder der Täterin  widmen. Dabei werden die medizinisch- physischen, die psychischen und persönlichkeitsverändernden bzw. sozialen  Konsequenzen einfließen. Gesellschaftliche Veränderungen und Reaktionen zu dem Thema  sollen gemeinsam diskutiert werden, Strömungen, die einen sogenannten Gewöhnungseffekt durch ständige Berührung mit dem Thema in der Sensationspresse auslösen und einen völlig kontraproduktiven Effekt provozieren.  Eine Gesellschaft, die Würde und Autonomie ihrer Kinder anerkennt und fördert wird nicht missbrauchen und nicht misshandeln. Es wird diskutiert, warum sich die Gesellschaft  so schlampig und halbherzig mit den Tatsachen der Verelendung von Kindern auseinandersetzt.
27. November 2004:
Round table „Ganz konkret!"
Angefragt: PolitikerInnen und VertreterInnen der Medien:
-    LR Dr. Kurt Flecker
-    LH Waltraud Klasnic
-    LAbg. Ingrid Lechner-Sonneck
-    Dr. Werner Gerstl
-    ORF
-    Krone
-    Kleine
-    Standard

Moderation:
Jörg Martin Willnauer

Seminar 3:
28. bis 30. Jänner 2005

Sexualisierte Gewalt in Institutionen

Referenten:
Univ-Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert (Ulm)
Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Ulm

Arbeitsschwerpunkte:
Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch, psychosomatische Störungen im Kindes- und Jugendalter, Migration, Verhältnis Jugendhilfe – Jugendpsychiatrie, andere sozialrechtliche Fragen, forensische Fragen, Psychopharmakologie, insbesondere Medikamentengabe an Kinder, Patientenbeteiligung und Informationsrechte von Kindern
Veröffentlichung zum Thema:
Fegert, J. M., & Wolff, M. (Eds.). (2002). Sexueller Missbrauch durch Professionelle in Institutionen. Münster: Votum.

Kinder, welche vielfach Missbrauchsvorgeschichten haben und zu ihrem Schutz in Einrichtungen oder Pflegefamilien platziert wurden, sind auch in diesen Einrichtungen erneut einem höheren Risiko ausgesetzt, missbraucht zu werden. Ein besonderer Schwerpunkt des Seminars wird dabei auf das Ausnutzen interinstitutioneller Strukturen durch pädophile Täter und die häufig komplementären Verdrängungs- und Abwehrmechanismen von Institutionen und ihren Leitungen gelegt.
Die standesrechtliche Bedeutung und die besondere Garantenpflicht gegenüber Kindern, werden gemeinsam mit den Seminarteilnehmern herausgearbeitet. Das Seminar ist praxisorientiert und soll vor allem Einrichtungsmitarbeitern und den Leitungspersonen Anhalte für einrichtungsspezifische fachliche Standards im Umgang mit dieser Problematik geben. Spezielle Bereiche wie sexueller Missbrauch im Umfeld von Institutionen, z. B. in ehrenamtlicher Tätigkeit oder im Rahmen ambulanter, aufsuchender Maßnahmen (Hausaufgabenbetreuung etc.), werden ebenso behandelt.

Dr. Richard PICKER (Wien)
Psychotherapeut und Theologe

geb. 1933 in Wien, Studium der katholischen Theologie, Ordination zum katholischen Priester 1961; von 1956 bis 1970 Seelsorgedienst;  Professor für Religionspädagogik an der Pädagogischen Akademie des Bundes in Wien.
Nach seinem Amtsverlust und seiner Heirat 1970 Ausbildung zum Psychotherapeuten. Psychotherapieausbildner, Erwachsenenbildner, Lehrbeauftragter für Gestaltpädagogik , Kolumnist für." Kirche In" und " Kurier".
Mitarbeit in Therapie-Instituten (ÖAGG Gestaltsektion, ÖGI-Wien, 1GW-Würzburg, Symbolon Nürnberg).
1998 erschien sein Buch "Krank durch Kirche? Katholische Sexualmoral und psychische Störungen".

Im Seminar werden folgende Fragen und Themen bearbeitet:

- Was können wir tun?
- Wieso gerade in der Kirche?
- Fakten, Zahlen und Geschichte
- zu einer theologischen Deutung

29. Jänner 2005, 20:00 Uhr:

KABARETT mit Irene S.:  „g'schlamperte Verhältnisse"
1962 in Innsbruck geboren, Anfang der 80er Schauspielstudium am „Mozarteum" in Salzburg, dann Gesangsausbildung für klassischen Gesang und Jazzgesang an der Musikhochschule Graz.
Sängerin im „Berndt Luef Trio" und bei anderen Formationen, in der Rockoper „Vision" (Graz), in „Neonce und Nena" (Hans Fraeulin/ J.M. Willnauer), im „Little Shop of Horror" (Bühnen Graz), in „Hexen" (Lund / Ashkanasi) und in „Das Barbecue" (Bühnen Graz). Opern-, Schauspiel- und Tanzproduktionen.

Seminar 4:
4. bis 6. März 2005

Folgen und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt

ReferentInnen:

Elisabeth Tauss
Lehrerin, Sozialarbeiterin, Psychologin, Psychotherapeutin, Supervisorin, Erwachsenenbildnerin, freipraktizierende  Therapeutin für "Menschen mit gewalt-igen Erfahrungen" und für Familien mit Schreikindern. Seit 1996 Therapie in der Justizanstalt Karlau für Männer die sexuelle Delikte getätigt haben.

Mag. Friederike Fink

Klin. Psychologin, Psychotherapeutin (SFT), System. Supervisorin, Seminar- und Lehrtätigkeit, langjährige Mitarbeit im Kinderschutz-Zentrum Graz

Die Arbeit mit Kindern und deren Bezugsfeld im Fall von sexueller Gewalt im familiären Umfeld stellt uns im sozialarbeiterischen, pädagogischen und therapeutischen Handeln im Rahmen der Jugendwohlfahrt immer wieder aufs Neue vor große Herausforderungen. Der Schutz des Kindes, die komplexen Dynamiken zwischen den betroffenen Kindern und deren Bezugspersonen, den Familien und ihrem Helfersystem und dem Rechtssystem, erfordern eine klare, auf die jeweiligen Aufträge bedachte Arbeits- und Kompetenzaufteilung. Rechtliche Maßnahmen und Hilfen sind so zu organisieren, dass sie das Wohl des betroffenen Kindes fördern, den Rechtsprozess ermöglichen und alle Beteiligten konstruktiv in den Hilfeprozess einbezogen werden.
Wir beschäftigen uns in diesem Seminar Schwerpunktmäßig mit Fragen
·    zum Aufdeckungsprozess
·    zur Arbeit von Polizei und Gericht und von Hilfeeinrichtungen im sozialarbeiterischen, pädagogischen und therapeutischem Feld
·    zur psychosozialen Prozessbegleitung
·    zu therapeutischen Ansätzen in der Opfer- und TäterInnentherapie

Das Seminar ist praxisorientiert und soll zur Reflexion und Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit einladen und unterstützen die unterschiedlichen Perspektiven und Zugänge aller Beteiligten besser zu verstehen. An Hand mitgebrachter Fallbeispiele wollen wir üben, wie man mit Kindern, deren Eltern oder dem gesamten HelferInnensystem das heikle Thema des sex. Missbrauchs ansprechen, handlungsfähig und unterstützend bleiben kann.

Seminar 5:
14. bis 17. April 2005

Sexualisierte Gewalt gegen Menschen mit Behinderung
Referentin:
Dr.phil  AIHA ZEMP

www.aiha-zemp.com

Psychotherapeutin mit eigener Praxis bis 1997. Hat die weltweit ersten Studien zum Thema "sexuelle Gewalt gegen Menschen mit Behinderung" gemacht. Hält Vorlesungen an verschiedenen europäischen Universitäten und Fachhochschulen.
Gibt Weiterbildungen für Professionelle in Institutionen zu den Themen
"Sexualaufklärung von Menschen mit Lernschwierigkeiten", "Sexuelle Gewalt
gegen Menschen mit Behinderung" und Supervision in Institutionen zur
strukturellen Gewalt und für Menschen mit Lernschwierigkeiten zum Thema
"sich kennen lernen, Liebe und Sexualität".
Lebt, schreibt und forscht in Ecuador und der Schweiz.

Ziele:
·    Die Sensibilisierung zur Erkennung von sexueller Ausbeutung wird verstärkt
·    Professionelle können ihre eigene Betroffenheit und Grenzen in dieser Thematik erkennen und wahrnehmen
·    Sie sind fähig, in ihrer Arbeit das Thema der sexuellen Ausbeutung anzusprechen
·    Sie setzen sich auseinander mit Macht und Abhängigkeit in helfenden Beziehungen
·    Sie setzen sich auseinander mit dem eigenen Menschenbild und ihrer Beziehung zu Behinderung
·    Es werden Zusammenhänge aufgezeigt zwischen institutionellen Rahmenbedingungen und der Tabuisierung sexueller Gewalt
·    Institutionen werden nach der ihnen immanenten strukturellen Gewalt untersucht

Seminar 6:
20. bis 22. Mai 2005

Möglichkeiten der Vorbeugung von sexualisierter Gewalt - zielgruppenorientierte Ansätze und Konzepte

Referentin:
Dr. Angela May
www.praevention.org

Lehrerin an einer Berliner Gesamtschule mit pädagogischem Schwerpunkt zur gemeinsamen Erziehung von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Multiplikatorin und Dozentin zum Fachgebiet "Sexualisierte Gewalt" mit dem Schwerpunkt Theorie und  Praxis von  MultiplikatorInnenkursen sowie Präventionsarbeit mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen.
Zahlreiche Veröffentlichungen mit Norbert Remus  zur Theorie und Praxis vorbeugender Arbeit:
- „Nein ist nicht genug" Theorien und Praxis der Erwachsenenbildung
- „... und dann kommt Licht in das Dunkel des Schweigens." Praxisbeispiele aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren.
- „Sexuellen Missbrauch verhindern" Theorie und Praxis für schulische und außerschulische Arbeit mit Mädchen und Jungen aller Altersgruppen, Schulstufen und –arten.
- „Zaphir, der Tiger" Ein Buch für Kindern im Vorschulalter, mit Begleittext für Erwachsenen mit Anregungen für mögliche Gesprächsinhalte mit dem Kind.

Im Seminar werden in erster Linie Definitionen, Ziele, Inhalte und Methoden vorbeugenden Handelns mit Erwachsenen (Prävention) und Kindern und Jugendlichen (Prophylaxe) und Ansätze der Präventionsforschung vermittelt. Im praktischen Teil sollen neue Medien und Methoden näher erläutert und diskutiert werden und Grobkonzepte für die zielgruppenorientierte Planung zur Prävention und Prophylaxe im Seminar erstellt werden.

20. Mai 2005, 20:00 Uhr

Kabarett mit Jörg Martin Willnauer

Der "Unterhaltungsindustrielle" hat viele Programme geschrieben: Aber ob er an diesem lauen Maienabend "Den kahlen Sänger" präsentiert, aus "Carmina Banana" krumme Lieder spielt, "Willnauer spielt Kreisler" präsentiert, "Vorsicht, Fälschung!" zelebriert, "Wenn schon Jörg, dann Willnauer" propagiert oder uns an seinem neuen Solo "Kabarett Sauvignon" teilhaben läßt, verraten wir hier nicht.
Sicher ist nur: es wird sehr musikalisch.

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2003

Jahresbericht 2003